Ösis! Am Montagabend einschalten!
Ich bin Montagabend wieder bei Pro & Contra bei Puls 4 zu Gast. Soviel sei vorab verraten: Ich bügle gleich das Romney-Polo.
Ich bin Montagabend wieder bei Pro & Contra bei Puls 4 zu Gast. Soviel sei vorab verraten: Ich bügle gleich das Romney-Polo.
1. Klar gibt es den. Gucken Sie mal in die Tagesschau. Immer, wenn die Begriffe “Target-2-Salden”, “Zentralbank-Anleihekauf”, “EFSM”, “EFSF”, “ESM” und “Fiskalpakt” fallen, geht es darum, zu welchen Konditionen genau Deutschland jeweils einen weiteren Teil der Rechnung für den Failed State Griechenland übernimmt.
2. Alle NATO-Staaten haben mal vereinbart, 2% des BIP in die Landesverteidigung zu stecken. Hat Deutschland seitdem genau nie getan, andere europäische Mitglieder dümpeln um den Wert herum. Die USA waren so nett, unter erheblich höheren prozentualen finanziellen Anstrengungen dennoch für sichere Seewege und einen glimpflichen Ausgang des Kalten Krieges zu sorgen.
3. “Bildung” in den USA ist ein Milliardengrab. Mit einem Bruchteil der staatlichen Investitionen ließe sich ein Vielfaches erreichen. Geht aber den Bund nichts an, sondern ist Sache der Staaten und Gemeinden.
Auch die Kollegen vom SPIEGEL und dem Neuen Süddeutschland dürfen nicht wählen, leiden aber sichtlich darunter. Praktisch die gesamte deutschsprachige Presse betreibt Wahlkampf - obwohl die Leser ebenfalls nicht wählen dürfen. Die selbstproklamierten “Qualitätsmedien” scheitern täglich an ihrem Anspruch. Wer im Gegensatz zu uns Schmierfinken einen richtigen Beruf hat, ist auf die Informationen der Medien angewiesen - und versteht buchstäblich die Welt nicht mehr, wenn er nicht gezielt nach englischsprachigen Quellen sucht. Erstens will ich also aus aufklärerischen Gründen ein Gegengewicht zu Obamas Jüngern in deutschen Redaktionsbüros darstellen. Zweitens betrifft mich US-Innenpolitik als Europäer kaum, die Außenpolitik hingegen sehr. Obama ist ein Sozialdemokrat. Sozialdemokratische Politik funktionierte in Griechenland, weil Deutschland dafür zahlt und in Deutschland, weil die USA unsere komplette Landesverteidigung finanziert haben. Trotzdem ist nun die Grenze dessen erreicht, was über Schulden bezahlt werden kann und wir haben die Eurokrise. Ich verstehe jeden Amerikaner, der sagt: Ich bin es leid, für die Sicherheit der ganzen Welt zu zahlen, so lange die Highways daheim Schlaglöcher haben und eine Krankenversicherung will ich auch! Nur: Wenn die USA weiterhin den Weg sozialdemokratischer Wohltaten um den Preis einer explodierenden Staatsverschuldung gehen, dann ist ihre globale Vormachtsstellung bald vorbei. Obama steht für genau diesen Rückzug vom internationalen Parkett. Sein Auftritt nach der Ermordung des Botschafters Chris Stevens - völkerrechtlich ist das eine Kriegserklärung - zeigt es in ungewohnter Deutlichkeit. Die Feinde des Freien Westens testen täglich, wie weit sie gehen können und dieser Präsident macht keinerlei Anstalten, ihnen irgendwelche Schranken aufzuzeigen. Ich wünsche mir, dass die größten Gläubiger der USA - Chinas Politbüro - so spät wie möglich die globale Vorherrschaft übernehmen. Und ich habe die leise Hoffnung, dass Romney und vor allem Ryan wenigstens dieser Verzögerung des Niedergangs der USA hilfreich wären. Denn chinesische Werte und Interessen sind von unseren noch viel weiter entfernt, als amerikanische. Auch wenn die Kollegen von SZ und SPON sich große Mühe geben, jedes antiamerikanische Ressentiment zu bedienen und zu vergrößern.
Vergangenen Montag war ich zu Gast beim österreichischen Sender Puls4, in der Talkshow “Pro und Contra”. Das Thema waren die Krawalle in der islamischen Welt und das neue Mohammed-Video, meine Rolle die des bösen Neocon und Romney-Fans. Zwecks Ausgeglichenheit gab es sogar einen echten Salafisten als Gegenspieler. (Er verdient den Friedensnobelpreis nicht weniger als Arafat. Und der hat wirklich einen bekommen.) Es war mir ein Vergnügen.
PS: Am 22.10. werde ich wahrscheinlich im selben Format in der Sendung zur US-Wahl erklären, wieso zurechnungsfähige Menschen, die ihre Informationen nicht ausschließlich von SPON und dem Neuen Süddeutschland beziehen, ernstlich Romney dem regierenden Messias vorziehen könnten.
Mein Lieblingsairport!
(Quelle: leerotenberg)