Willkommen in Isfahan (IDF, nicht Vauban-Vogelscheuchen)
8 Comments Published by senordaffy Oktober 28th, 2005 in Kollegenschelte, Lokales, TagespolitikFreiburg
Iran-Reise wegen Israel-feindlicher Aussagen abgesagt
Der Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) hat nach den jüngsten Israel-feindlichen Aussagen des iranischen Staatspräsidenten eine für morgen geplante Delegations-Reise nach Teheran und in die Partnerstadt Isfahan abgesagt.
Zu spät. Das Benehmen der Mullahs bietet schon seit Monaten Gründe genug, die Städtepartnerschaft komplett aufzukündigen.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte auf einem Kongress in Teheran wörtlich die Tilgung Israels von der Landkarte gefordert und eine neue Anschlagswelle in Palästina angekündigt. Diese Drohung mit Gewalt und Terror mache die Absage der Reise unvermeidlich, sagte Freiburgs Oberbürgermeister Salomon. Der Oberbürgermeister verurteilte die Aussagen “aufs Schärfste als eine in jeder Hinsicht inakzeptable Bedrohung von Israel”.
Was wäre dann im Gegensatz hierzu eine in “mancherlei Hinsicht akzeptable Bedrohung von Israel”?
Ursprünglich wollten Salomon, Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) sowie zehn Gemeinderäte morgen über Teheran nach Isfahan reisen. Freiburg unterhält als einzige Stadt in Deutschland eine Partnerschaft mit einer iranischen Stadt. Die in den vergangenen Monaten aufgeflammten Diskussionen um das iranische Atomprogramm und die Atomversuchsanlage in der Nähe von Isfahan wären für Freiburg allein kein Grund gewesen, auf die Reise zu verzichten, so Salomon.
Natürlich nicht. Sogar in der Lokalpolitik widerliches Appeasement zu betreiben gelingt auch nur Freiburg (übrigens dem Wahlkreis Gernot Erlers). So lange die IDF sich nicht von einer Reise zur Atomversuchsanlage abhalten läßt, ist ziemlich wurscht, was Deutschlands ranghöchste grüne Amtsperson veranstaltet.
Nicht, dass ich den Freiburger Bürgermeister in Schutz nehmen möchte (wurde ja auch Zeit, dass da mal was passiert!), aber ich kann mir durchaus eine akzeptable Bedrohung Israels vorstellen. Die mit einem Embargo beispielsweise, solnage es sich den entsprechenden UN-Resolutionen widersetzt. Was Ahmadinedschad da verkündet hat, ist aber Staatsterrorismus.
Also ich war 2004 in Isfahan und fand’s sehr interessant
Und Shirin Ebadi meint auch, man sollte hinfahren.
@Karsten
Ich möchte mich zurückhalten in der Bewertung dessen, was Sie da fordern, den Boykott eines Landes, das trotz seiner außerordentlichen Bedrohtheit sich selbst an die höchsten Menschenrechtsstandards gebunden fühlt (wenn es ihm auch in der schwierigen Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit nicht immer gelingt, sie zu erfüllen), darüber hinaus ein Land, in dem die arabischen Staatsbürger wesentlich mehr Rechte genießen, als es sich die Araber in den palestinensisch verwalteten Gebieten oder in den umliegenden Ländern je erträumen könnten, eine demokratische Insel mitten in einem Meer von Diktaturen.
Vielleicht interessiert Sie aber dieser Artikel, auch wenn er in erster Linie an die linken Kritiker Israels gerichtet ist:
Mick Hume, The anti-imperialism of fools, http://www.newstatesman.com/200206170018
Eine Städtepartnerschaft mit der Politik einer nationalen Regierung zu verbinden ist absurd. Es gibt Opposition im Iran und Zeichen des Wandels. Nicht alle Türen zu zuschlagen hat mit Appeasment gar nichts zu tun!
Nur meine militaristischen 2 cent:
Die IAF würde wohl kaum die alten Phantoms zum Zwecke der “Reise nach Isfahan” hernehmen, sondern die etwas moderneren F15 I Jagdbomber. die sind immerhin nicht älter als ihre Piloten
Tzach’
Meinst Du nicht ernst, nite owl, oder? Eine Städtepartnerschaft mit einer iranischen Stadt hilft der Opposition überhaupt nicht, da die verrückten Mullahs überall das Sagen haben.
Und David: Monate? Das von dir gesuchte Wort heisst Jahrhunderte!
Übrigens, hier gibt’s iranische Powerfrauen. Außerdem noch Mount-Everest-Besteigerinnen
(die ersten Frauen aus einem islamischen Land überhaupt) und Feuerwehrfrauen.
Dieses Land ist komplizierter und widersprüchlicher, als ihr denkt.
Widersprüchlich ist dieses Land in jedem Fall.
Vor allem unbeständig. Einmal wird den Frauen der Schleier vom Kopf gerissen, so geschehen 1936 da verfügte Reza Schah die Zwangsentschleierung der Frauen, und auf der Straße rissen seine Soldaten ihnen den Schleier vom Kopf. Noch heute erzählen alte Frauen, dass sie daraufhin jahrelang nicht mehr aus dem Haus gegangen seien.
Sie hätten sich schutzlos und wie entblößt gefühlt. 1979 dekretiert Imam Chomeini erneut das Verschleierungsgebot. Nun protestierten die westlich orientierten Frauen. Das Gezerre darüber hält an und auch über das, wofür der Schleier steht. Dann wird ihnen der Lippenstift mit Schmirgelpapier entfernt und dann sollen sie studieren und führende Positionen einnehmen. Da weiß keiner mehr wo er dran ist.Ich als Frau möchte dort nicht mal begraben liegen, geschweige dann so ein Land betreten. Mir reichen die Vogelscheuchen die hier rumlaufen.
Die Städtepartnerschaft mit einem solchen Land lehne ich grundsätlich ab.